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Ausgaben

Ich habe einige wissenschaftliche Bände herausgegeben, die sich an der Schnittstelle zwischen den Feldern der Österreichstudien, Habsburgstudien und jüdischen Studien verorten. Dazu zählen zwei Sonderausgaben des Journal of Austrian Studies, die beide 2023 erschienen, und eine Sonderausgabe von PaRDeS. Zeitschrift der Vereinigung für Jüdische Studien e.V., die 2024 erschien. Diese drei Bände präsentieren die Forschungsergebnisse von rund vierzig Wissenschaftler:innen aus verschiedenen Ländern und interdisziplinären Fachrichtungen.

Baroque façade on a listed building in Vienna city centre

Intersections between Jewish Studies and Habsburg Studies

Pardes. Zeitschrift der Vereinigung für Jüdische Studien e.V. 29 (2024), Sonderausgabe: Intersections between Jewish Studies and Habsburg Studies, 201 S.

Nach der Shoah und dem vermeintlichen Triumph des Nationalismus wurde es in der Geschichtsschreibung üblich, die Juden in einer Reihe von Binaritäten auf die Position des „ewig Anderen“ zu verweisen: Christlich/jüdisch, nichtjüdisch/jüdisch, europäisch/jüdisch, nichtjüdisch/jüdisch und so weiter. Diese Binaritäten blieben lange Zeit charakteristisch für die jüdische Geschichtsschreibung, auch im mitteleuropäischen Kontext. Geht man stattdessen, wie es die neueren Ansätze der Habsburgerforschung tun, davon aus, dass Plurikulturalität die Grundlage gemeinsamer Erfahrungen im ehemals habsburgischen Mitteleuropa war, und akzeptiert man, dass es keine einheitliche „Mehrheitskultur“ gab, sondern dass sich in bestimmten Kontexten Hegemonien durchsetzten, dann sind die oft verwendeten Binaritäten irreführend und verschleiern die komplexen und manchmal sogar paradoxen Bedingungen, die das jüdische Leben in der Region vor der Shoah prägten.


Gerade die Komplexität des habsburgischen Mitteleuropas in synchroner und diachroner Perspektive schließt eine singuläre historische Erzählung des „habsburgischen Judentums“ aus, und es ist nicht die Absicht dieses Bandes, einen Überblick über die „habsburgische jüdische Geschichte“ zu bieten. Die ausgewählten Beiträge in diesem Band verdeutlichen vielmehr, wie wichtig es ist, Kategorien neu zu bewerten, historische Narrative zu dekonstruieren und implementierte Ansätze in spezifischen geographischen, zeitlichen und kulturellen Kontexten neu zu konzeptualisieren, um ein besseres Verständnis der komplexen und plurikulturellen Geschichte des Habsburgerreiches und der Region als Ganzes zu gewinnen.

Inhaltsverzeichnis:

Tim Corbett, Björn Siegel and Mirjam Tulin 
„Towards Pluricultural and Connected Histories. Intersections between Jewish and Habsburg Studies“


Moritz Csáky 
„Habsburg Central Europe. A Culturally Heterogeneous and Polysemous Region“


Klaus Hödl 
„Blurring the Boundaries of Jewishness. Exploring Jewish-non-Jewish Neighborliness and Similarity“


Verena Kasper-Marienberg 
„Imperial Transition and Early Modern Jewish Continuities. The Case of Bohemian Jewry“


Ilya Berkovich 
„Jewish Mercenaries in Habsburg Service. Soldiers of the Freikorps Grün Loudon (1796–98)“

Johannes Czakai 
„Between Legibility, Emancipation, and Markers of ‚Otherness‘. The Habsburg Empire and the Names of Jews“

 
Alicja Maślak-Maciejewska 
„Shared Spaces. Jews in Public Schools in Galicia“


Martin Stechauner 
„‚Domestic Foreigners‘. The Trans-Imperial Loyalties of Sephardic Jews in Vienna“


Lida-Maria Dodou 
„‚Austrian‘, ‚Jewish‘, ‚Salonican‘. The Multiple Aspects of Belonging of Salonican Jews  in the Fin-de-Siècle Habsburg Empire“


Felicitas Heimann-Jelinek 
„What was ‚Jewish‘ about the Old Jewish Museum of Vienna?“


Omar T. Nasr and Tim Corbett 
„Diversifying Modern Austrian History. Exploring Parallels and Intersections between Jewish and Muslim Histories in Austria“


Die vollständige Ausgabe kann hier gelesen werden.

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Interdisciplinarity and Diversity in Austrian Studies

Journal of Austrian Studies 56/4 (Winter 2023), Special Issue: Interdisciplinarity and Diversity in Austrian Studies, 160 S.

Diese Sonderausgabe des Journal of Austrian Studies – die letzte von zwei Ausgaben, die ursprünglich konzipiert wurden, um „Neue Richtungen in den Österreichstudien“ zu präsentieren – widmet sich zweier komplexe Themen, nämlich der soziologischen Diversität und deren Untersuchung in der interdisziplinären Forschung. Die Autor:innen, die sich an diesem Band beteiligten, verorten sich in einer Reihe von Forschungsfeldern, inklusive Geschichte, Musikologie, Literaturforschung, Kulturwissenschaften, Anthropologie und Soziologie. Ihre Artikel decken diverse Themen ab wie In/validität, Faschismus, Filmmusik, Reiseberichte, Umweltgeschichte, Geschlecht, Krieg, Verwandtschaft und Rassismus, die durch unterschiedliche methodologische Zugänge beleuchtet werden wie Diskursanalyse, Emotionsgeschichte, Geschlechtstheorie, (Post-)Migration und erzählte Geschichte. Kurz gefasst präsentieren diese Artikel die tiefgründige Diversität, aus der das moderne Österreich hervorging – sowie die ebenfalls tiefgründige Diversität, die das Feld der Österreichstudien heute kennzeichnet.

Inhaltsverzeichnis:

Tim Corbett
„Introduction. Interdisciplinarity and Diversity in Austrian Studies“

Julia Heinemann
„Historicizing Invalids in the Early Modern Habsburg Monarchy. A Dis/ability History Approach“

Britta McEwen
„Feeling(s) Caught Between the Austrian First Republic and Fascism“

Ingeborg Zechner
„Springing from the Land of Music. Hollywood’s Film Music Between ‚Austrian‘ Entertainment and ‚German‘ Arts“

Antonia Villinger
„Literatur und Energie in Joseph Roths Der Rauch verbindet Städte (1926)“

Nicole Haring, Roberta Maierhofer und Barbara Zach
„Social and Cultural Narratives of Aging Masculinities in Austria“

Julia Anna Tyll-Schranz
„‚Yugoslavia Does Not Exist Anymore, But Yugoslavia’s Capital Does, and It Is Called Vienna‘. Revisiting Vienna through the Lens of (Post-)Yugoslav Migration Practices“

Darko Leitner-Stojanov und Robert Pichler
„On the Dynamics of Kinship in Migration Processes. Some Perspectives from Historical-Anthropological Studies on North Macedonian Migrants in Austria“

Philipp Rohrbach
„Life Stories of Children of Black US Occupation Soldiers and Austrian Women“

Sabrina Steindl-Kopf und Sanda Üllen

„Romani Activism and Postmigration Experiences in Contemporary Austria“


Das vollständige Inhaltsverzeichnis samt Abstracts der einzelnen Beiträge kann hier gelesen werden. Die vollständige Ausgabe ist auf Muse zugänglich.

Cover image of Journal of Austrian Studies 56/4 (Winter 2023), Special Issue: Interdisciplinarity and Diversity in Austrian Studies

Empire and (Post-)Colonialism in Austrian Studies

Journal of Austrian Studies 56/2 (Summer 2023), Special Issue: Empire and (Post-)Colonialism in Austrian Studies, 146 S.

Globalisierung, Migration, Transnationalismus, Imperialismus, (Post-)Kolonialismus/Dekolonisierung, Heterogenität, Diversität, Interkulturalität, Kosmopolitismus: Dies sind einige der einflussreichsten Konzepte, die in den letzten Jahren nicht nur den akademischen, sondern auch den öffentlichen und politischen Diskurs weltweit bestimmt haben. Das Feld der Österreichstudien hat sich schon seit geraumer Zeit innovativ und produktiv mit diesen Themenkreisen auseinandergesetzt. Diese Sonderausgabe des Journal of Austrian Studies, die erste von zwei Ausgaben, die sich allgemein der Thematik von „Neue Richtungen in den Österreichstudien“ widmen, präsentiert verschiedene disziplinäre und methodologische Zugänge zum Konnex Imperialismus und (Post-)Kolonialismus in den Österreichstudien.

Inhaltsverzeichnis:

Tim Corbett

„Introduction. Empire and (Post-)Colonialism in Austrian Studies“

 

Dirk Rupnow und Jonathan Singerton

​„Habsburg Colonial Redux. Reconsidering Colonialism and Postcolonialism in Habsburg/Austrian History“

 

Orel Beilinson

„What is Austro-Hungarian History to the Eurasianist?“

 

Mathieu Gotteland

„Austro-Hungarian Informal Imperialism in China, 1869-1917“

 

Amy Millet

„Global Connections and Culinary Conceptions of Cultural Identity in Nineteenth-Century Austrian Food Literature“

 

Lida Maria Dodou

„Emigration to the Habsburg Empire. The Case of Salonica Jews, 1867-1918“

 

Salvatore Pappalardo und Saskia Elizabeth Ziolkowski

„The Emergence of Austro-Italian Literary Studies“

 

Christian S. Davis

„Hugo Bettauer, Feminism, and the Non-White World in Interwar Vienna“

 

Dylan Price

„In the Presence of ‚Gypsiness‘. Dvořák, Ecocriticism, Stimmung

 

Christian Hütterer

„From Idealistic Legacy to Pragmatic Cooperation? Central Europe, the European Union and Austrian Foreign Policy“

 

 

Das vollständige Inhaltsverzeichnis samt Abstracts der einzelnen Beiträge kann hier gelesen werden. Die vollständige Ausgabe ist auf Muse zugänglich.

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